5 beliebte Derivate vorgestellt

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Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2020

Im nachfolgenden Artikel erfahren Sie:

  • Welches 5 beliebte Finanzderivate sind
  • Welche Chancen Optionen bieten
  • Wie es um Optionsscheine bestellt ist
  • Alles Wichtige über CFDs
  • Welche Futures besonders interessant sind und
  • Was es mit den Index-Return-Swaps auf sich hat

Mit Derivaten finden Sie als Anleger eine leistungsstarke Option, um von der Kursentwicklung eines Basiswertes zu profitieren. Wenn Sie mit diesen Finanzinstrumenten handeln, unternehmen Sie den Versuch, gewisse Risiken, die mit dem Basiswert verbunden sind, auf eine andere Partei zu übertragen. Die Derivate lassen sich sowohl an der Börse als auch außerbörslich handeln. Außerbörslich ist dann die Rede von OTC – Over-the-Counter. Diese OTC-gehandelten Derivate sind in ihrer Ausgestaltungsform frei. Nachfolgend blicken wir auf fünf verschiedene Derivate, mit denen Sie Ihre jährlichen Renditen verbessern können.

Das erste Derivat: Optionen

Wir beginnen unseren Blick auf die sieben beliebtesten Derivate mit den Optionen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, Risiken abzusichern. Darüber hinaus besteht hier die Chance für Sie, durch zusätzliches Risiko zu spekulieren. Wenn Sie nämlich eine Kauf- oder Verkaufsoption erwerben, haben Sie das Recht, Terminkontrakte oder aber Akten zu einem bestimmten Preis an einem bestimmten Verfallsdatum – oder auch davor – zu kaufen oder zu verkaufen. Der Kauf ist hier die Call-Option, der Verkauf die Put-Option. Sie haben bei der Option aber nur das Recht daran, nicht aber die entsprechende Pflicht des Kaufs oder Verkaufs. Der Handel der Optionen erfolgt an der Börse, die Verrechnung zentral. Dies sorgt für Liquidität und Transparenz.

Bei den Optionen gibt es einige Faktoren zu beachten. Insbesondere sind dies die Primärfaktoren, die für die Bestimmung des Werts einer Option verantwortlich sind. Dies sind die Zeitprämie, die bei einem bevorstehenden Verfall der Option sinkt und der innere Wert, der mit dem Preis des zugrunde liegenden Wertpapiers variiert. Je näher das Verfallsdatum einer Option ist, desto mehr fällt die Zeitprämie. Der innere Wert wiederum zeigt uns, ob eine Option in oder aus dem Geld ist. Dies heißt also, dass der innere Wert einer Call-Option im Geld steigt, sofern das Wertpapier steigt. Wenn Sie in Optionen anlegen, haben Sie eine Reihe von Strategien zur Verfügung, die Sie einsetzen können. Entscheidend sind dabei natürlich die Rendite, die Sie erwarten und auch Ihre Risikobereitschaft.

Ein weiteres beliebtes Derivat sind Optionsscheine

Bei einem weiteren beliebten Derivat handelt es sich um Optionsscheine. Die Aktienoptionsscheine verschaffen dem Inhaber des Scheins das Recht, dass er eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt kaufen kann. Investoren können so also Aktienoptionen zu einem festen Preis ausüben, so wie es in ähnlicher Weise bei den Call-Optionen der Fall ist.

Wenn ein Optionsschein ausgegeben wird, ist der Preis hier immer höher als die Aktie, die dem Schein zu Grunde liegt. Allerdings ist der Ausübungszeitraum vor dem Auslaufen langfristig. Sollte ein Investor einen Aktienoptionsschein einlösen, gibt das Unternehmen neue Stammaktien zur Absicherung der Transaktion aus. Hier also liegt der Unterschied zu den Call-Optionen.

Bei den Optionsscheinen gibt es noch etwas Wichtiges zu beachten. Der Handel der Aktienoptionsscheine erfolgt in der Regel an einer Börse. Allerdings kann das vorhandene Volumen recht gering sein und so zu Liquiditätsrisiken führen. So wie auch bei den Call-Optionen ist im Preis eines Optionsscheines eine Zeitprämie enthalten, die verfällt, wenn das Verfallsdatum näher rückt. Es erfolgt ein wertloser Verfall des Werts des Optionsscheins, wenn der Basiswert-Kurs den Ausübungspreis nicht vor dem Verfalltag erreicht.

Derivat Nummer 3: CFDs

Ebenfalls ein sehr beliebtes Derivat sind die CFDs, also die Contracts for Differences, die im Deutschen auch als Differenzkontrakt zu finden sind. Mit den CFDs können Sie einen bestimmten Part an Einheiten eines Vermögenswertes kaufen oder verkaufen. Der Gewinn ist nun davon abhängig, ob der Wert dieses Vermögens steigt oder eben fällt. Hierbei kommt es zu einer direkten Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer. Dabei verpflichtet sich der Verkäufer, dem Käufer die Differenz zu bezahlen, die sich aus dem aktuellen Aktienkurs und dem Wert zu dem Zeitpunkt des Kontrakts zu bezahlen, wenn der Wert wiederum steigt. Ist der Spread allerdings negativ, muss der Käufer natürlich an den Verkäufer den entsprechenden Betrag zahlen.

Grundsätzlich handelt es sich bei CFDs um gehebelte Finanzinstrumente, die zu der hier vorgestellten Gruppe der beliebten Derivate gehört. Mit den CFDs können Sie die Positionen jeweils Short als auch Long eingehen. Sie können mit den CFDs hierzulande, so wie in vielen anderen Staaten auch – wie zum Beispiel in Großbritannien, Kanada, Frankreich, der Schweiz oder in Japan – handeln, nicht aber unter anderem in den USA. Spekulanten nutzen die Marge des CFD-Handels oft und riskieren Margin Calls, wenn der Wert des Portfolios unter den erforderlichen Mindestwert fällt.

Bei den CFDs müssen Sie aber beachten, dass diese einen hohen Hebel nutzen können und so potenziell große Verluste verursachen, sollte sich der Kurs des jeweiligen Wertpapiers gegen die Position bewegen. Unterschätzen Sie also keinesfalls das Risiko beim CFD-Handel.

Das vierte beliebte Derivat sind die Futures

Beim nächsten beliebten Derivat handelt es sich um die Futures. Bei diesen Termingeschäften erfolgt der Abschluss von Verträgen, bei denen der Tausch von Vermögenswerten zu einem festen Datum und einem festen Preis vereinbart werden. Mit diesen Derivaten können Sie sich als Käufer vor enormen Preisveränderungen schützen. In der Regel sind es vor allem Rohstoffe, die damit gehandelt werden.

Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Single Stock Futures. Hierbei erfolgt der Abschluss eines Vertrags zur Lieferung von 100 Aktien eines Wertes zu einem bestimmten Verfallsdatum. Der vereinbarte Preis basiert dabei auf dem Basiswert-Preis plus der Buchkosten der Zinsen. Davon abgezogen werden die Dividenden, die während der Laufzeit des Vertrages abgezogen werden.

Ebenfalls beliebt: Index-Return-Swaps

Wenn Sie sich ein wenig mit den Derivaten beschäftigen, dann sind Ihnen sicherlich auch die Swaps ein Begriff. Insbesondere Devisenswaps oder Zinsswaps sind bekannt. Ebenso beliebt sind aber auch die Aktienindex-Return-Swaps. Hierbei vereinbaren zwei Parteien den Tausch von zwei Cashflows zu vordefinierten Zeitpunkten. Dabei wird die Vereinbarung über eine bestimmte Anzahl von Jahren getroffen.

Beispielsweise kann eine der beiden Partien die Verpflichtung eingehen, eine Zinszahlung zu leisten – zu einem festen Zinssatz auf der Grundlage des LIBOR. Auf der anderen Seite verpflichtet sich die andere Partei zur Zahlung der Gesamtrendite eines Aktien- oder Aktienindexes. Diese Swaps nutzen beispielsweise Investoren sehr oft, die auf einfache Weise kostengünstig ein Exposure gegenüber einer Anlageklasse aufbauen wollen.

Sebastian Neumer

Sebastian Neumer

Der begeisterte Privatinvestor und Fintech-Enthusiast schreibt regelmäßig Ratgeberartikel in den Bereichen Geldanlage & Finanzen. Nach vielen Jahren im Sales-Bereich und simultanem Studium der Wirtschaftswissenschaften, entschied er sich, sein erworbenes Wissen als Finanzjournalist weiterzugeben.
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