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    Was sind Aktien? Basiswissen über Wertpapiere für Anfänger

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    Letzte Aktualisierung: 2019

    Das Wichtigste in Kürze
    • Eine Aktie beteiligt Sie am Grundkapital eines Unternehmens. Sie bekommen dadurch Mitspracherechte und/oder andere ausschließlich Aktionären vorbehaltenen Rechte.
    • Aktien sind in Österreich eine der beliebtesten Arten sein Geld anzulegen.
    • Sie können auf drei Wegen mit Aktien Gewinne erzielen: Sie setzen auf steigende Aktienkurse (Long-Position), Sie setzen auf fallende Kurse (Short-Position) oder Sie suchen sich Unternehmen, welche Dividenden (Gewinnbeteiligung) auszahlen.
    • Statt Einzelaktien können Sie auch in bereits diversifizierte (Risikostreuung) "Töpfe" wie ETFs oder Fonds investieren.
    AKTIEN

    Was sind Aktien?

    Wenn Sie eine Aktie kaufen, erwerben Sie im Grunde ein kleines Stück eines Unternehmens. Aus diesem Grund werden Aktien auch als „Unternehmensanteile“ und im englischen als „Shares“ bezeichnet. Aktien werden als individuelle Einzelstücke verkauft und umso mehr Sie davon besitzen, umso mehr Anteile halten Sie an einem Unternehmen.

    Darüber hinaus haben Sie mit dem Besitz einer Aktie auch gewisse Rechte, welche Sie als sogenannter „Aktionär“ in Anspruch nehmen können. Dazu gehört beispielsweise das Recht, etwaige Dividendenzahlungen zu erhalten oder auch Mitspracherecht bei der Hauptversammlung. Sie können ein Unternehmen also aktiv mitgestalten! Und das ist gar nicht so unwichtig. Ihr Stimmrecht gibt Ihnen die Chance, den weiteren Verlauf einer Firma mitzubestimmen, was in weiterer Folge Einfluss auf den Cash Flow sowie Umsatz des Unternehmens und somit auf die Wertentwicklung Ihrer Aktien haben kann.

    Auch Dinge, welche Sie als Aktionär direkt betreffen, werden auf Hauptversammlungen beschlossen. Denken Sie zum Beispiel an einen Aktiensplit, bei dem Ihre Unternehmensanteile geteilt werden und jede Aktie nur mehr den halben Wert hat (dafür bekommen Sie allerdings auch die doppelte Anzahl an Aktien).

    Unternehmen, welche öffentlich handelbare Aktien ausgeben werden „Börsennotiertes Unternehmen“ bezeichnet. Im Gegensatz dazu gibt es unternehmen, welche entweder gar keine Aktien ausgeben oder diese nicht öffentlich an der Börse bzw. einem Broker gehandelt werden können.

    Eine der wichtigsten Fragen haben wir noch gar nicht behandelt: Warum gibt es überhaupt Aktien? Wenn ein Unternehmen Aktien emittiert (=Wertpapiere herausgibt), so ist das Ziel dabei immer, Geld einzunehmen. Aktien sind also eine Form der Kapitalbeschaffung.

    Sobald Aktien an der Börse gehandelt werden können, unterliegt das Unternehmen umfangreicher Regulation und muss eine Reihe an Pflichten erfüllen. Dazu gehört beispielsweise auch eine gewisse Transparenz und Offenlegung.

    Wie Sie mit Aktien Geld verdienen können

    Es existieren im Grunde zwei Wege, wie Sie mit Aktien Geld verdienen können.

    • Sie können Aktien kaufen und auf eine Wertsteigerung setzen. Wenn Sie also eine Aktie für € 50,00 beziehen und der Kurs steigt über die Zeit auf € 80,00, so haben Sie € 30,00 Gewinn gemacht. Zumindest auf dem Papier – das nennt sich dann „Buchwert“. Wirklich Gewinn haben Sie nur gemacht, wenn Sie die Aktie verkauft haben.
    • Sie setzen auf Dividendentitel. Manche Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns in Form von Dividenden an deren Shareholder aus. In diesem Fall müssen Sie Ihre Aktien also nicht veräußern, um damit Geld zu verdienen. Zu einem bestimmten Stichtag bekommen Sie pro Aktie einen bestimmten Betrag auf Ihr Depot überwiesen.

    Nun gib es noch eine dritte Art mit Aktien Geld zu verdienen. Dabei handelt es sich um das sogenannte „Short selling“. Statt auf steigende Kurse setzen Sie in diesem Fall auf fallende Kurse. Dies ist in Österreich sowie den meisten anderen europäischen Ländern als Privatanleger nicht so einfach möglich und unterliegt strengeren Regeln.

    Arten von Aktien

    Unterschieden wird zwischen folgenden Arten von Aktien:

    • Stammaktien
    • Vorzugsaktien
    • Inhaberaktien
    • Namensaktien
    • Junge (neue) Aktie & Alte Aktien
    • Nennwertaktien & Stückaktien

    Stammaktien

    Bei Stammaktien handelt es sich (gemeinsam mit Inhaberaktien) um die gewöhnliche Form von Aktien. Die allermeisten Unternehmen geben Stammaktien heraus. Sie haben mit dieser Art von Aktie das Recht, an Hauptversammlungen teilzunehmen und strategische Entscheidungen mitzubestimmen. Dabei gilt: Pro Aktie gibt es 1 Stimmrecht.

    Vorzugsaktien

    Vorzugsaktien sind quasi das Gegenstück zu Stammaktien. Sie haben hier keine Möglichkeit der Mitbestimmung. Um diesen Nachteil gegenüber anderen Aktionären auszugleichen, bekommen Sie einen anderen Vorteil. Meist besteht dieser aus höheren Dividenden.

    Inhaberaktien

    Inhaberaktien lauten zwar auf Sie als Inhaber, allerdings haben Sie die Möglichkeit, diese jederzeit an einen anderen Anleger zu übertragen. Mit diesen Aktien genießen Sie Stimmrechte, haben Anspruch auf Dividendenauszahlung sowie Auskunftsrechte.

    Namensaktien

    Namensaktien werden direkt auf Sie ausgestellt und setzen voraus, dass Sie im jeweiligen Aktienregister eingetragen sind. Der Eintrag enthält Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum sowie Adresse. Normale Namensaktien können problemlos übertragen werden, bei der Untergattung der sogenannten „vinkulierten Namensaktie“ wird es schon schwieriger, da es die Genehmigung aus ausgebenden Unternehmens (Aktiengesellschaft) erfordert.

    Junge (neue) Aktie & Alte Aktien

    Als junge bzw. neue Aktien werden Aktien bezeichnet, welche im Zuge einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden. Benötigt eine Aktiengesellschaft grundsätzlich Kapital, kann diese an die Börse gehen. Reicht dieses Kapital nicht aus, werden weitere Aktien ausgegeben. Die Aktien des initialen Börsengangs (IPO) sind in dem Fall „alte Aktien“ und die neu ausgegeben Wertpapier „junge“ bzw. „neue Aktien“. Dieser Vorgang wird auch als Aktienemission bezeichnet.

    Nennwertaktien & Stückaktien

    Nennbetragsaktien sind heutzutage sehr viel weniger verbreitet als Stückaktien. Nennwertaktien haben einen festen Anteil am Grundkapital. Dieser kann jedoch im Einzelnen unterschiedlich hoch ausfallen. Stückaktien (auch: nennwertlose Aktie) dagegen haben alle den gleichen Anteil am Grundkapital.

    Wie Sie gute Aktien finden

    Vermutlich werden Sie sich die Frage stellen, welche Aktien sich fürs eigene Portfolio eignen. Bei der Menge an Titeln keine leichte Aufgabe! Zu Anfang ist oft der beste Weg, nach den eigenen Interessen zu gehen: Sind Sie beispielsweise technisch interessiert? Oder ist eher Ernährung Ihr Gebiet? In diesem Fall würde es sich anbieten, die Börse nach zum Thema passenden Unternehmen zu durchsuchen.

    Eines ist dabei allerdings immer wichtig: Investieren Sie nur in Produkte, welche Sie verstehen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass Sie im Grunde wertlose Aktien in Ihrem Depot liegen haben, welche Ihnen einfach nur schmackhaft gemacht worden sind.

    Auf der etwas sichereren Seite sind Sie, wenn Sie in Aktiengesellschaften investieren, welche bereits eine Weile am Markt sind („Blue Chip-Aktien“). Die Kehrseite davon ist, dass in dem Fall keine allzu großen Kurssteigerungen zu erwarten sind.

    Wer es etwas risikoreicher mag, sucht sich Aktien junger Unternehmen. Hier ist die Zukunft zwar noch ungewiss, dafür könnte aber vom Gewinn mehr drin sein. Hier gilt es allerdings ganz besonders gut zu recherchieren – denn die meisten Startups sind nach wenigen Jahren bereits Pleite.

    Neben den Produkten bzw. Dienstleistungen des Unternehmens sollten Sie auf das Management Team schauen. Beschäftigen Sie sich mit den Lebensläufen und der Philosophie. Welche Werte vertritt der CEO? Wie tickt der CFO? Daraus lässt sich oft ableiten, wie das Unternehmen geführt wird und ob dies erfolgversprechend ist.

    Aktienbewertung und Kennzahlen

    Die weiter oben genannten Punkte bilden die Basis. Wir werden allerdings nicht ohne Zahlen, Daten und Fakten auskommen, wenn wir eine Aktie bewerten wollen. Ein guter Anfang ist immer das sogenannte „Balance Sheet“. Hierbei handelt es sich um eine Aufstellung des Vermögens aber auch der Verbindlichkeiten eines Unternehmens. Das gibt einen ersten Eindruck davon, wie die Firma finanziell dasteht.

    Mithilfe sogenannter „Kennzahlen“ lassen sich Aussagen in Relation zu anderen Aktien aus der gleichen Branche treffen.

    Gewinn je Aktie (Earnings per share, auch „EPS“): Gewinn kann eine Aktie steigen lassen und wenn sie dies tut, verdienen Anleger Geld. Hat ein Unternehmen einen hohen Gewinn pro Aktie bedeutet es, dass mehr Kapital zur Verfügung steht das Business entweder wachsen zu lassen oder eine höhere Dividende an Aktionäre zu zahlen. Wenn der Durchschnitt beispielsweise bei € 8,00 Gewinn pro Aktie liegt, ein anderes Unternehmen aber eines von € 1,50 hat, ist dies ein potenzielles Warnzeichen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass der EPS-Wert immer mit Unternehmen aus der gleichen Industrie verglichen werden.

    Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, auch „P/E ratio“): Wenn es um die Bewertung von Aktien geht, wird man am KGV nicht vorbeikommen und die Berechnung ist einfach: Sie nehmen den aktuellen Kurs einer Aktie und dividieren diesen durch den Gewinn je Aktie. Es gilt: umso niedriger das KGV, umso unterbewerteter ist die Aktie. Generell sagt man, dass ein KGV unter 15 ein Kauf-Signal einer Aktie ist. Anleger sollten sich allerdings nie ausschließlich auf das KGV verlassen und es eher als einen Puzzlestein im Gesamtbild sehen.

    Eigenkapitalrendite (Return on equity, RoE): Bei der dritten tragenden Kennzahl zur Aktienbewertung handelt es sich um die Eigenkapitalrendite. Diese gibt Auskunft darüber, inwiefern das jeweilige Unternehmen in der Lage ist, Kapital in Gewinn umzuwandeln. Beim RoE wird der Jahresüberschuss des vergangenen Geschäftsjahres durch das eingesetzte Kapital dividiert. Liegt dieser Wert unter 15 %, ist dies meist ein positives Zeichen.

    Die besprochenen Kennzahlen fallen unter die sogenannte „Fundamentalanalyse“. Eine Aktie bzw. ein Unternehmen wird also auf ihren inneren Kern hin untersucht. Eine andere Möglichkeit würde in der Chartanalyse bestehen, bei der versucht wird, aufgrund des Kursverlaufs Aussagen für die kurzfristige Zukunft zu treffen.

    Andere Arten in Aktien zu investieren. ETFs und Fonds

    Viele Menschen investieren in Einzeltitel und bauen sich so nach und nach ein eigenes Portfolio auf. Die oftmals viel geeignetere Art ist es allerdings, im Sinne der Diversifikation in gebündelte Aktien zu investieren. Dies kann beispielsweise in Form von ETFs oder Fonds passieren.

    ETFs: Bei ETFs wird ein Aktienindex wie zum Beispiel der ATX nachgebildet. Sie können somit in mehrere Unternehmen gleichzeitig investieren. Besonders beliebt sind ETF-Sparpläne.

    Fonds: Fonds werden von Experten verwaltet und können unterschiedlichste Finanzprodukte enthalten. Fonds performen jedoch in den meisten Fällen schlechter als ETFs und sind daher nicht empfehlenswert.

    Sebastian Neumer

    Sebastian Neumer

    Sebastian ist seit Beginn im Jahr 2016 dabei. Der begeisterte Privatinvestor und Fintech-Enthusiast schreibt regelmäßig Ratgeberartikel in den Bereichen Geldanlage & Finanzen. Nach vielen Jahren im Sales-Bereich und simultanem Studium der Wirtschaftswissenschaften, entschied er sich, sein erworbenes Wissen als Finanzjournalist weiterzugeben.

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    Sebastian Neumer

    Sebastian ist seit Beginn im Jahr 2016 dabei. Der begeisterte Privatinvestor und Fintech-Enthusiast schreibt regelmäßig Ratgeberartikel in den Bereichen Geldanlage & Finanzen. Nach seinen Jahren im Sales-Bereich und simultanem Studium der Wirtschaftswissenschaften, entschied er sich, sein erworbenes Wissen als Finanzjournalist weiterzugeben.